Endometriose und Kinderwunsch

Endometriose und Kinderwunsch, der lange beschwerliche Weg

Wir sind in Kontakt mit vielen leidtragenden Frauen. Trotz der Tortur der Endometriose lernen wir viele liebe Betroffene kennen. So beispielsweise Sabrina (31 Jahre aus Bonn). Wie viele war es für sie und ihren Mann ein Spagat Endometriose und Kinderwunsch zu haben. Der Weg war steinig und dauerte Jahre. Sabrina hat uns Ihre Kinderwunschgeschichte erzählt. Wir danken ihr für ihre offenen Gedanken. Heute ist sie Mutter eines stolzen Mädchens.

Sabrina und Ihr Mann hatten einen grossen Kinderwunsch, welcher Ihre Ehe und Ihr Leben perfekt sein lassen würden. Sie planten Kinder jedoch erst nach Abschluss der Ausbildungen und einigen Jahren Berufserfahrung. Sabrina ging allerdings durch Höllenquallen, Regelschmerzen kaum zum Aushalten. Mit 23 wurde bei Ihr die Diagnose Endometriose gestellt. Ein grosser Bauchschnitt wurde operativ durchgeführt und dabei auch viel Ovarialgewebe zerstört.

Doch was ist Endometriose, was bedeutet dies für ihre Zukunft?

Sie hatte das „Glück“, dass ihre Mutter ebenfalls an Endo litt. Daher wusste sie auch sehr schnell, welche Probleme die Tochter bekommen würde. Ihre Ärzte empfahlen ihr möglichst rasch schwanger zu werden um Endometriose sowie Kinderwunsch vereinen zu können. Sabrina stand jedoch kurz vor ihrer Masterarbeit und der Zeitpunkt für Kinder hatte sie sich und ihr Mann nicht so früh eingeplant. Für sie beide stand fest, dass zuerst die beruflichen Pläne umgesetzt werden.

Unzählige Hormonbehandlungen wurden in Angriff genommen. Nebenwirkungen waren unterschiedlich stark. Stimmungsschwankungen, Zunahme des Gewichts und das wachsende Fragezeichen nach Kindern waren die Folge. So vergingen die Jahre…..

Die erste Hoffnung ICSI

Sie starteten den ersten Versuch mit ICSI. (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion). Der erste Schock war das Ergebnis des Spermiogrammes ihres Mannes. Er hatte so gut wie keine Spermien (Azoospermie). Darüberhinaus gestaltete sich die Hormonsituation bei Sabrina sehr schwierig. Sie reagierte kaum auf hohe Dosen. Lediglich drei Follikel wurden produziert. Diagnose: Low Responder! Alpträume in der Nacht nach der Punktion, dass keine Befruchtung der Eizellen Endometriose und Kinderwunschstattgefunden hat, wurden Wirklichkeit. Die Unterstützung der Kinderklinik?? Möchten sie gleich einen neuen Termin vereinbaren? Sabrina und Ihr Mann waren nicht nur enttäuscht, sondern auch wütend. Wie konnte man nur so etwas fragen, nach so einer schrecklichen Mitteilung? Sie wollten nach dieser Erfahrung erst einmal neu Kräfte sammeln. Sie kauften sich ein Haus, schliesslich soll das Glück perfekt werden, wenn der Nachwuchs kommt.

 

Neuer „Versuch“

Lange Recherchen wurden im Vorfeld gemacht. Welche Alternativen gibt es, wie kann die Befruchtung unterstützt werden? Ihr Gynäkologe ahnte dazumal bereits, dass es schwierig werden wird. Auch waren Beratungen zur Eizellspende oder Embryonenspende in Deutschland nicht erlaubt. So riet uns der Endometriose und KinderwunschGyno zu einer Möglichkeit im Ausland. Der Arzt dort stelle eine ausführliche Anamnese. Nach gründlichen gynäkologischer Untersuchung sowie der Befunde wurde dem Paar geraten: „Versuchen Sie es mit Eizellspende“. Beide fielen förmlich vom Stuhl, denn dies war das letzte was sie erwartet hatten. Der Frust sass noch tiefer, Sabrina begann ihren eigenen Körper zu hassen. Nichts funktioniert in ihrem Körper! Ständige Schmerzen und das Natürlichste funktioniert nicht! Sie verliessen die Praxis und mussten ihren Frust erst einmal bewältigen.

Ihr Mann schien sich ebenfalls von ihr abzuwenden. Die Aussage: „Wenn es doch die einzige Möglichkeit ist“ trieb sie erst recht auf die Palme. Sie schloss sich im Hotelzimmer ein und liess ihren Tränen freien Lauf.

Endometriose und Kinderwunsch – wie weiter?

Als die Wut abgeflacht war sprachen Sabrina und ihr Mann wieder über das Thema. Endometriose und Kinderwunsch, das musste doch möglich sein. Sie wollten noch einen eigenen Versuch starten. Wenn dieser nicht klappte, dann weitere Informationen zur Eizellspende einholen. Es folgte wenig später der zweite enttäuschende Versuch. Schon beim Eizellen TV wurde ersichtlich, dass lediglich ein Follikel zu sehen war. Die Ärztin riet zum Abbruch und sprach zeitgleich die Eizellspende an. Entweder eigene Eizelle oder gar keine, war unsere Meinung. Dies schien richtig zu sein, da Sabrina geringe Hoffnung aus einer 12 Zeller in C Qualität schöpfte. Doch der Schwangerschaftstest war negativ! Selbstmordgedanken haben sich breitgeschlagen und es folgte ein grosses tiefes schwarzes Loch. Nach durchlaufen des Jammertals wurde wiederum im Internet zum Thema Eizellspende recherchiert.

Wir wurden in der Tschechei in einer Klinik fündig. Doch die Wartezeit auf eine geeignete Spenderin wurde mit 11 Monaten veranschlagt. Diese Wartezeit lebten beide bewusst intensiv. Schliesslich sollte dies ja die letzte Zeit in Zweisamkeit sein. Dass das Kind nicht ihr genetischer Code haben würde war inzwischen egal. Es war die letzte Chance und die wollten beide unbedingt nutzen. Die Stimulation bei der Eizellspende ist nicht so belastend für den Frauenkörper. Von der Spenderin und Empfängerin werden die Zyklen synchronisiert. Alles lief nach Plan!

Am Abend der Abreise aus der CZ bekam Sabrina allerdings ihre Periode. Die Knapp 1’000 Kilometer Autofahrt wurden zum Desaster. Es lag wie immer an ihr, schliesslich hatten bei der Spenderin ganze 13 Eizellen entnommen werden können. SABRINA HATTE WIEDERUM VERSAGT! Wie kann man nur die Periode bekommen, wenn Hormone den Zyklus hätten unterbinden sollen? Der Transfer musste verschoben werden.

Doch ein Lichtblick gab es. Das Spermiogramm ihres Mannes war besser geworden. Letztlich wurden dann von 13 Eizellen lediglich deren zwei befruchtet, was die Chancen deutlich minderte. Die Gebärmutterschleimhaut hatte sich nicht wie erhofft aufgebaut. Ergebnis: Schwangerschaftstest war wieder negativ!

Es folgte eine immunologische Untersuchung. Heparin sollte beim nächsten Versuch gespritzt werden. Plus Korrekturen an der Schilddrüse. Ihr Gynäkologe riet ihr zur erneuten Bauchspiegelung (Laparoskopie). Die Endo hatte wieder voll zugeschlagen. Weitere 6 Monate auf Hormonen und danach die zweite OP. Die endlosen Verwachsungen waren kaum zu lösen. Gebärmutter schien mit den Nachbarorganen komplett verwachsen zu sein. Nach der OP sollten sie nicht länger als 6 Monate bis zum nächsten Versuch warten. Doch die Werte der Spermiogramme ihres Mannes hatten sich wieder verschlechtert, so dass ein weiterer Versuch kaum Sinn machte.

Allerletzter Versuch

Ein Kind, wenn auch genetisch fremd! Dafür geliebt! Es fand die nächste Embryonenspende statt. Die Gebärmutterschleimhaut baute sich für einmal sehr gut auf. Psychisch und Physisch war das Paar im Höhenflug. Sie hatten sich geschworen, dass dies der letzte Versuch sei. Endometriose und Kinderwunsch SchwangerMehrere Tage später hielt Sabrina ihren ersten positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Nach so vielen Jahren und so vielen Rückschlägen – UNGLAUBLICH! Die Schwangerschaft verlief anstrengend und ihre Tochter kam frühzeitig zur Welt. Das Glück war perfekt!

 

Wir bedanken uns bei Sabrina und ihrem Mann für diese atemberaubende und tief bewegende Geschichte. Der steinige Weg zum Wunschkind hat sich definitiv gelohnt, Endometriose und Kinderwunsch lässt sich vereinen!

 

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