Stammzellen Forschung – ein langer weiter Weg!

88 Mio. Frauen leiden unter Endometriose. Es wird geforscht und untersucht – erfolglos. Es erstaunt doch sehr, dass im Jahr 2017 USD 28,6 Mrd. für Medizinforschung ausgegeben wurde. Unfassbar ist, dass man für eine Grosse Leidensgruppe noch keinerlei Lösung gefunden hat. Die Stammzellen Forschung verspricht einiges.

Ursachenforschung

Der Wissenschaft ist es bis heute nicht gelungen, die Ursachen von Endometriose aufzuspüren. Und wer die Ursachen nicht kennt, kann auch keine vernünftige medizinische Heilung aufzeigen. Die Vermutung besteht schon lange, dass bei Patientinnen das Endometrium nicht korrekt mit dem weiblichen Zyklus zusammen arbeitet. Ebenfalls wird vermutet, dass der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut eine wichtige Rolle spielt. Die vielschichtige Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) verfügt in der untersten Schicht über die Basalis. Diese reagiert auf das Gelbkörperhormon. Normalerweise bleibt diese Schicht bei der Zyklusblutung bestehen.

Aus der Basalis entwickelt sich die neue Gebärmutterschleimhaut im nächsten Zyklus. Hier liegt die Krux! Basalis Zellen sind unser Freund und unser Feind. Sie verfügen über ein Proliferationspotential. Das heisst, dass durch die „frische“ Gebärmutterschleimhaut beste Bedingungen für eine Schwangerschaft geboten werden. Auf der anderen Seite ist genau die hohe Teilungsrate die Gefahr. Diese Zellen neigen zu hohen Wucherungen. So entwickelt sich ein klassischer möglicher Bumerang!

Stammzellen-Forschung

An der Northwestern University in Illinois (USA) sind Mediziner nun einen wichtigen Schritt in der Endometriose-Behandlung weitergekommen. Sie packen das Übel an der Wurzel. Stammzellen kommen hier zum Einsatz. Den Forschern gelang es im Labor gesunde Gebärmutterschleimhautzellen zu züchten. Dies aus pluripotenten Stammzellen. Pluri kommt aus dem lateinischen und heisst „mehr“. „Potentia“ ist der Begriff für Kraft. Somit besitzen die pluripotenten Zellen eine einmalige Fähigkeit. Sie können sich zu den drei Keimblättern (Entoderm, Ektoderm sowie Mesoderm) entwickeln.

Die Forscher waren in der Lage, aus pluripotenten Stammzellen, Zellen für eine gesunde Gebärmutterschleimhaut zu züchten. In der Theorie relativ einfach. Aus per Biopsie gewonnene Hautzellen können pluripotenten Stammzellen gezüchtet werden. Das sind echte Tausendsassa – Alleskönner!

Endometriose Stammzellen

In der Praxis jedoch etwas komplizierter. Der Einfachheit halber: es werden Gebärmutterschleimhaut Zellen gezüchtet, welche in den Uterus der Patientinnen transplantiert werden. Diese Zellen werden verhindern, dass ein Abbau der Basalis Zellen erfolgt. Damit verbleiben die Zellen in der Gebärmutter und die Wucherungen im Bauchraum wären unterbunden. Die gute Nachricht ist, dass die Abstossreaktion beinahe bei null liegt.

Die schlechte Nachricht ist, dass erst erste Ergebnisse aus Labortests vorliegen. Für eine Zulassung muss diese Therapie, wie auch alle anderen neuen Verfahren/Medikamente, in langwierigen klinischen Untersuchungen beobachtet und ausgewertet werden. Es gibt noch eine schlechte Nachricht. Das Ausgangsmaterial (somatische Körperzellen) altern zusammen mit dem Patienten. Durch Umwelteinflüsse, Krankheiten oder radioaktiver Strahlung. Die Zellen können Schaden genommen haben. Um diesem Effekt vorzubeugen gibt es nur eine Lösung. Stammzellen aus der Nabelschnur entfernen und einfrieren. Allerdings wusstest Du bei der Geburt, dass Du jemals Bedarf an „jungfräulichen“ Stammzellen haben wirst?

Auch wenn wir hier einen kleinen Regenbogen am Horizont sehen können, der Weg den wir Endo Patientinnen gehen müssen wird weiterhin schmerzhaft und beschwerlich bleiben!

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